

Der Gemeinde Ottersberg, ihren politischen Körperschaften und ihrer öffentliche Verwaltung ist dieses inzwischen durchaus bewusst, nicht zuletzt darum wird die FH bei ihren Versuchen, den Zuschussanteil des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zu erhöhen, durch die verschiedenen Ebenen bis in den Landtag hin unterstützt. Trotz eindeutiger Zuständigkeit des Landes Niedersachsen für seine Hochschulen gewährt die Gemeinde auf Antrag - je nach Haushaltslage - projektgebundene Zuschüsse.
Zunächst gilt, dass die Fachhochschule Ottersberg die einzige akademische Ausbildungsinstitution im niedersächsischen Umkreis, Radius ca. 100 km ist – vom Land Bremen einmal abgesehen. Des weiteren gilt auch, dass die Landkreise Verden und Rotenburg als strukturschwach mit Blick auf industrielle Ansiedlung gesehen werden müssen, selbst wenn die einschlägigen EU-Richtlinien dieses nicht definieren.
Den überregionalen Mittelzuflüssen, die einen Ort wie den Flecken Ottersberg durch die FH erreichen, ist vor allem eines gemein: sie werden in einem Umfeld mit einem Radius von ca. 50 km sofort ausgegeben. Weder die hier wohnenden Studierenden noch die FH selbst „legen Geld an“ - ihre finanzielle Lage lässt dieses nicht zu. Es gehört im übrigen zur nachdrücklich erklärten Politik der FH und ihres Trägers, ihren Bedarf in der Region zu decken - der 2001 fertiggestellte Erweiterungsbau ist ein gut geeignetes Beispiel dafür.
Durch ihre bundesweite Orientierung ist die -wenn auch kleine- FH in der Lage, Geldgeber auch bundesweit anzusprechen. Studierende und mit ihnen ihre Einkünfte und in der Folge die Einnahmen aus Studiengebühren kommen zu fast 100 % aus des gesamten Bundesgebiet.
Bei der nachstehenden Berechnung wurde berücksichtigt, dass - begünstigt durch das Verkehrsverbundticket- inzwischen gut 30 % der Studierenden in Bremen wohnen und dort auch ihr Geld ausgeben. Ähnliches gilt auch für die MitarbeiterInnen - 80 % wohnen in der Region.
Zur Berechnung der wirtschaftlichen Effekte wurde der Vorleistungsfaktor 1,3 angesetzt. (Quelle: Bremer Ausschüsse für Wirtschaftsförderung)
Die Aktivitäten der FH und ihres Trägers erbringen der Region p.a. ca. 4 Mio Euro, die wirtschaftlichen Effekte - ohne einmalige Großinvestitionen - sind mit ca. 4,9 Mio Euro zu bewerten.
Nicht, dass dieses nicht immer wieder auch erkannt würde: wären wir eine Einrichtung mit rein wirtschaftlichen Zielsetzungen und entsprechendem Gewerbe-Steueraufkommen, hätte unsere Arbeit sicher einen politischen Stellenwert, der uns auch für Wirtschaftsförderung interessant machte. Das einstige Argument, wir hinterließen dem Landkreis und der Gemeinde überdurchschnittlich viele Sozialhilfeempfänger konnte nach genauer Analyse der einschlägigen Statistiken schnell widerlegt werden.
Albrecht Lampe, Kurator