Erläuterungen / Organisationsstruktur
Die strukturelle und organisatorische Entwicklung der Fachhochschule Ottersberg und ihres Trägers ist alles andere als ein langfristig und präzise geplanter und mit den entsprechenden Zielsetzungen versehener Vorgang. Die allgemeine Organisationslehre für Unternehmungen fordert dieses bekanntermaßen nachdrücklich ein. Unter Organisation betrieblicher Organismen versteht man dort aber auch, dass die „Organbildung“ genau dem angepasst wird, was sie zu verarbeiten haben.
Organisation und Organe des „Organismus Ottersberg“ sind eher nach dem letztgenannten Grundsatz aufgebaut: sie sind das Ergebnis sich stets wandelnder Ressourcen, Ideen, Erwartungen des institutionellen Bezugsfeldes, gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, generationsbedingter Parameter, Leistungsfähigkeit der Geschäftsführung und der Verwaltung und vor allem aber auch künstlerischer Grundauffassungen des Lehrpersonals. Die sich verändernde Interpretation des nach wie vor gültigen Gründungsmotivs verbirgt sich in der Organstruktur ebenso wie eine insbesondere während der letzten Jahre deutlichere unternehmerische Haltung aller Beteiligten, die sich z. B. in der Außenorientierung nahezu aller Aktivitäten abbildet.
Gleichzeitig gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, die dieses Bild prägen: die deutliche Trennung zwischen den akademischen und wirtschaftenden Verantwortungsbereichen, deren Grundlagen die Hochschulgesetzgebung einerseits und die gesetzlichen Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit, des GmbH-Rechts etc. andererseits sind.
Alles in allem also eine Entwicklung, die sich im wesentlichen pragmatisch vollzogen hat und wohl auch künftig vollziehen wird: die unmittelbare Orientierung der Ideen an den zur Verfügung stehenden und kurzfristig zu schaffenden Ressourcen lässt außer der Dauerbewegung zu deren Verbesserung nichts anderes zu.
Es ist der vielversprechende Wesenszug der Kunst, dass man ihr Ergebnis nicht voraussehen kann. Nimmt man das dabei bewusst eingegangene Risiko des Scheiterns einmal aus, so ähneln Entwicklung und Handeln des „Organismus Ottersberg“ künstlerischer Arbeit. Planvolles und spontanes Verwandeln, Verändern, mithin das Entwickeln des Möglichkeitssinns müssen auch künftig Grundlage dessen sein, was unseren organisatorischen Alltag bestimmt.
Wir halten diesen Umgang mit uns selbst für eine Stärke: auch in der Kunst kann man Form und Inhalt nicht voneinander trennen. Schon gar nicht in einer Institution, die sich vor allem der Kunst verschrieben hat.
> Schaubild FH / Hochschulgesellschaft
Albrecht Lampe, Kurator