

Auch wenn es von außen kaum wahrnehmbar ist: die Fachhochschule Ottersberg ist die Aktivität einer Trägergesellschaft, namentlich der „Hochschulgesellschaft Ottersberg für das Soziale Wirken der Kunst mbH“. Ohne diese „juristische Person“ im Hintergrund können für die FH Ottersberg – natürlich gilt dieses auch für andere Hochschulen - keine Verträge abgeschlossen, keine Zuschüsse und Spenden entgegen genommen, keine MitarbeiterInnen eingestellt werden. Die Hochschulgesellschaft Ottersberg ist eine gemeinnützige GmbH, alle zur Verfügung stehenden Gelder werden für die FH eingesetzt, verantwortlich sind Vorstand und Geschäftsführer. Soweit, so abstrakt.
Papiertiger oder wirkungsvolles Netzwerk?
Eine gemeinnützige Gesellschaft hat – wie ihre Namensvetterin in der gewerblichen Wirtschaft – Gesellschafter. Inspiriert durch die Chance mit fachlich kompetenten Gesellschaftern ein interessantes Netzwerk für die FH zu bilden, wurden 2001 zur Gründung Institutionen gesucht, die exemplarisch fachlich kompetent und damit nützlich für Studierende, Kollegium und Ehemalige und natürlich für die FH als Institution selbst sein würden. Sie wurden gesucht und gefunden: eine Klinik, Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Pädagogik, der Kinder- und Jugendarbeit, der Soziokultur, eine Galerie, eine Stiftung und in ihren Fachgebieten namhafte Persönlichkeiten.
Mit ihnen wurden inzwischen praxisnahe Kontakte, Kooperationen und Projekte in den Arbeitsfeldern der Kunst im Sozialen, der Kunsttherapie, der Theaterpädagogik und der Freien Bildenden Kunst erschlossen. Sich in der Nähe der beruflichen Praxis aufzuhalten, ist für eine Fachhochschule unabdingbar. Unsere Bündnispartner, also die Gesellschafter, sind überdies wichtige und wirkungsvoll agierende Multiplikatoren in ihren jeweiligen Beziehungsgeflechten für die Grundidee der FH, für das Soziale Wirken der Kunst. Also: kein Papiertiger sondern exemplarisches Netzwerk als Fundgrube für Anregungen, Ideen und Zukunftschancen.
Kooperationen und Projekte, z.B.:
- Gesellschafter Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke: Weiterbildungsstudiengang „Kunsttherapie in klinisch-anthroposophischen Arbeitsfeldern“ für diplomierte KunsttherapeutInnen. Übrigens mit nachgewiesen guten Berufschancen.
- Gesellschafter „Kultur vor Ort e.V., Bremen“: Gemeinsame Trägerschaft des Mobilen Ateliers und soziokultureller künstlerische Stadtteilprojekte
- Gesellschafter Blaumeier, Bremen: Ort für Praktika und Kooperationen in bildender und darstellender Kunst
- Gesellschafter Galerie Kathrin Rabus, Bremen: Lehraufträge
- Gesellschafter HB-Stiftung Berneburg, Hannover: Förderung von Projekten der FH
- Gesellschafter Stiftung Waldheim, Cluvenhagen b. Verden: gemeinsamer EU-Antrag für ein Weiterbildungsprojekt im Bereich Hilfen für behinderte Menschen/in Planung
All das findet bundesweit Beachtung, es stärkt die Position der FH, der Studierenden, der MitarbeiterInnen. Gute Beziehungen sind manchmal mehr wert als bares Geld.
Albrecht Lampe, Geschäftsführer und Kurator der FH
Januar 2008