Das Selbstverständnis der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
an der FH Ottersberg
Die Fachhochschule Ottersberg hat das Amt der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in die Hände von zwei hauptamtlich lehrenden Professorinnen aus unterschiedlichen Studienabschnitten, Kunsttherapie/ Kunstpädagogik und Freies künstlerisches Arbeiten, gelegt.
Dieses starke Team repräsentiert den Willen der Hochschule, sich aktiv für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Studium und Lehre einzusetzen.
Dem Gleichstellungsauftrag liegt die Idee des Gender Mainstreaming zugrunde.
Die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für die Umsetzung von Gender Mainstreaming bei allen Hochschulangelegenheiten liegt nicht allein bei den Frauenbeauftragten.
Siehe hierzu die Kommissionsmitteilung zur „Einbindung der Chancengleichheit in sämtlichen Konzepten und Maßnahmen der Gemeinschaft“, KOM(96)67 endg.)
Der Unterschied zu „Frauenarbeit“ besteht darin, dass der Fokus auch auf die „Männerarbeit“ gerichtet wird.
Es geht darum, die Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken, sondern zur Verwirklichung der Gleichberechtigung ausdrücklich sämtliche allgemeine politische Konzepte und Maßnahmen zu nutzen. Allgemein ergibt sich die Zielvorgabe aus dem Grundgesetz; daneben für die Bundesverwaltung aus dem Bundesgleichstellungsgesetz (Art. 3 Abs. 2 GG)
Dementsprechend setzen sich die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten für eine Gleichstellungspolitik ein, die eine differenzierte Förderung für Frauen und Männer vorsieht, indem die unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und Realitäten im beruflichen Alltag von Frauen und Männern Berücksichtigung finden.
Aufgabengebiete /Themen
Eine Hochschule ist die Schwelle, an der die große Paradoxie sichtbar wird:
Die Frauenbeauftragten repräsentieren die sehr hohe Anzahl weiblicher Studierender. Hier schließt „Frauenarbeit“ keine Minderheit sondern 80% der Studierenden ein. Unter diesem Aspekt evozieren alle Projektarbeiten ganz automatisch „Frauenarbeit“. Diese als solche innerhalb und außerhalb der Lehre zu thematisieren und feministisch zu hinterfragen wird als Auftrag. Hier werden Handlungsweisen mit Frauen für Frauen diskutiert.
Vorbereitung auf das Berufsleben
Viele weibliche Hochschulabsolventinnen, die gleichberechtigt ausgebildet wurden, treffen auf einen Arbeitsmarkt, der nach wie vor männlichen Kandidaten den Vorrang gibt. Daraus ergibt sich die dringende Aufgabe, Gendergerechtigkeit zu thematisieren.
Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Männern und Frauen bei hochschulinternen- und externen Vorhaben. Muttersprache/Vaterland Diese beiden Wörter sagen, dass schon unsere Vorfahren einmal eine Menge wussten von der Kommunikationskraft der Frauen und der Systemstärke der Männer. Die jungen Akademikerinnen heute wissen zwar oft um ihre frauenspezifischen Stärken, machen diese aber offensichtlich nicht populär, wie wir ganz deutlich erfahren. Männer reagieren „unvernünftig“ , sie tun sich schwer, wenn es darum geht Areale an die Frauen abzutreten.
Hierzu gehört auch, dass Frauen lernen müssen, fair miteinander zu konkurrieren und ihr Konkurrenzverhalten kritisch zu überprüfen. Männer werden ihnen auch dabei nicht helfen, weil es sie wenig interessiert, wo, wie, warum Frauen sich blockieren.
Beratung der Studierenden und des Kollegiums
Unterstützung der Belange der Hochschulfrauen in Hochschule und Gesellschaft
Beratende Tätigkeit bei frauenrelevanten Fragen in Gremien
Maßnahmen zur Beseitigung der im Hochschulwesen für Frauen bestehenden Nachteile
Konkrete Hilfsangebote
Koordinationshilfen für Mütter und Väter im Studium und Beruf
Eine Gesellschaft, die Kinderleben den Berufskarrieren unterordnet, zerstört ihre Grundlage. Die Koordinierung von Mutterschaft/Vaterschaft, der damit verbundenen Unterwerfung unter die Gesetze der Schwangerschaft und deren Folgen, und Berufstätigkeit, machen den Wunsch, Kinder auf die Welt zu bringen nicht attraktiver. Die Systemfunktionen müssen den Kindern angepasst werden- nicht umgekehrt.
Elterngerechtes Studieren und Arbeiten
Auf die Geschlechtsgerechten Sprache achten
Dazu gehört auch, Fragestellungen geschlechterdifferenziert zu formulieren.
Geschlechtsgerechte Repräsentation in Lehre und Gremien
Erhöhung des Anteils von Frauen in Bereichen in denen sie unterrepräsentiert sind
Erstellen von Frauenförderpläne
Mitwirkung bei Einstellungen bzw. in Berufungskommissionen
Gender Mainstreaming in den Aufgabenkatalog aller Beschäftigten der Fachhochschule.
Anregung zu Frauen- und Geschlechterforschung
Hierzu gehören die Betreuung der zahlreichen Praktika und Projekte, die es ermöglichen frauenspezifische Arbeits- und Reaktionsweisen zu thematisieren.
Das Anregen zu Genderforschung als Thema für wissenschaftlichen Arbeiten.
Aktualisierung der Internetpräsenz
Informieren über Projekte und Aktivitäten
Vernetzung im Landkreis
Zusammenarbeit und Bündelung der immer knapper werdenden Ressourcen im Gleichstellungsbereich
Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis
Frauenberatungsstellen
Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Frauenbeauftragten anderer Hochschulen (BUKOF)