Peer de Smit:
RUDOLF STEINER und DIE ANTHROPOSOPHIE
Gedanken zum Steinerjahr 2011
In ihrem Kern geht unsere Hochschule auf Impulse zurück, die die Gründer der Hochschule, Rose Maria und Siegfried Pütz, Rudolf Steiner verdanken. Das anthropologische Konzept einer künstlerischen Praxis, die den Menschen mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellt, fand Siegfried Pütz bei Rudolf Steiner vorgebildet. Grund genug zu Jahresbeginn den Blick auf eine Persönlichkeit zu richten, die nicht nur geistesgeschichtlich relevant ist, sondern die in ihrer zukünftigen Bedeutung zunehmend öffentliches Interesse gewinnt.
Schöpferisches Tun zeigt sich als etwas, das über die Welt, die wir vorfinden, immer hinausgeht, das uns mit anderem und anderen in eine innere, tiefere Beziehung bringt, weil wir in der Kunst an Oberflächen agieren, wo Sinnliches und Nichtsinnliches ineinander übergehen. Heute steht solches Tun im Zeichen der Freiheit. Alles ist möglich. Aber es ist eine Frage sozialer und kultureller Bildung, inwieweit sich die Mitglieder einer Gesellschaft an künstlerischen Prozessen tatsächlich beteiligen können und ob sie ihre eigenen schöpferischen Ressourcen dafür nutzen können. Dies sind, in meine eigenen Worte gefasst, Gedankengänge, die Rudolf Steiner nicht psychologisch oder philosophisch herleitet, sondern im Ganzen einer Kosmologie verortet, zu der Menschen, Naturreiche, geistige Welten gleichermaßen dazugehören. Solche Gedanken sind, wie mir scheint, weit und präzise genug, um den Zielsetzungen unserer Hochschule Raum zu geben.